Quartierskonzept "Falter-Lindenrain" in Ebhausen

Die nächsten Schritte in eine klimafreundliche Zukunft

Schon 2014 hat ein Quartierskonzept für den Kernort Ebhausen im Bereich des Sanierungsgebietes an der Ortsdurchfahrt viele ungenutzte Energiepotenziale erschlossen. Anwohner und Gemeinde haben von den vorgeschlagenen Maßnahmen sehr profitiert. Zwischen April 2020 und Juli 2021 wurde ein weiteres Quartierskonzept im Ebhausener Wohngebiet „Falter/Lindenrain“ zusammen mit dem Neubaugebiet „Nagoldtalblick“ erstellt.


Quartierskonzept? – Was passiert da eigentlich?

Der Gemeinderat von Ebhausen beauftragte bei der endura kommunal GmbH, Freiburg, für den Bereich Falter/Lindenrain und das Neubaugebiet Nagoldtalblick ein „energetisches Quartierskonzept“. Dafür wurden Informationen zu Energiebedarf und -verbrauch im gesamten Quartier gesammelt – von der Straßenbeleuchtung bis zur privaten Heizung. Wir danken allen, die sich an der Fragebogenaktion beteiligten und Auskunft über ihren Energieverbrauch und ihr Gebäude gaben. Mit Ihren Informationen konnten Potenziale und Maßnahmen für eine klimafreundliche und effizientere Energieversorgung ermittelt werden.
Das Projekt wurde mit Mitteln der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert.

„In den nächsten Monaten bin ich Ihr Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Datenerhebung und ihre Ergebnisse. Ich freue mich auf die gemeinsame Arbeit.“

Christian Kaiser, Projektleiter


Energiepotenziale Falter/Lindenrain und Nagoldtalblick

Diese Fragen haben wir für das Quartier untersucht:

  • Welche Potenziale bestehen im Quartier zur Reduktion des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen?
  • Welche Potenziale bestehen im Quartier zur Erzeugung klimafreundlicher und kostengünstiger Energie?
  • Welche Maßnahmen zur Erschließung dieser Potenziale sind sinnvoll?
  • Wie können die Auswirkungen des Klimawandels im Quartier gemildert werden?

Das Untersuchungsgebiet enthielt auch noch den gemeindlichen Bauhof, die Schule, das Feuerwehrhaus und die Festhalle.

 

 

Ziele des Quartierskonzepts

  • Reduzierung des Energieverbrauchs und der Energiekosten für die Bürger*innen
  • Erhebung des Potenzials für eine zukunftsorientierte und wirtschaftliche Energieversorgung, z.B. den Bau eines Nahwärmenetzes
  • Identifikation von Gebäuden mit hohem Sanierungspotential einschließlich Vorschlägen für Maßnahmen
  • Verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien
  • Reduzierung der CO2-Emissionen

Förderung

Das Quartierskonzept wird zu 65 % aus dem Programm „energetische Stadtsanierung“ (Programm-Nr. 432) der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert.


„Die Gemeinde Ebhausen geht die Herausforderungen des Klimawandels offensiv an. Das Quartierskonzept zeigt, wie wir unsere Klimabilanz verbessern können: Durch Dämmung sowohl bei Neubauten als auch in bestehenden Baugebieten. Dafür bietet das Quartierskonzept Analysen und Lösungsvorschläge. Wir freuen uns, wenn viele Grundstückseigentümer diese Vorschläge aufgreifen und umsetzen.“

Volker Schuler, Bürgermeister


Einladung zur Abschlussveranstaltung

Leider haben sich die Arbeiten am Quartierkonzept u.a. coronabedingt verzögert, so dass die Ergebnisse des Quartierskonzepts nun am Mittwoch, 06. Oktober 2021 um 18 Uhr in der Gemeindehalle Ebhausen präsentiert werden können.

Selbstverständlich wird die Veranstaltung entsprechend der Corona-Verordnung vom 16. August 2021 durchgeführt, d.h.

  • Der Besuch der Veranstaltung ist geimpften oder genesenen Personen uneingeschränkt möglich. Nicht immunisierte Personen dürfen an der Veranstaltung nur bei Vorlage eines negativen Testergebnisses teilnehmen (Antigen-Schnelltest maximal 24 Stunden alt, PCR-Test maximal 48 Stunden alt).
  • der Mindestabstand bleibt gewahrt
  • die Hygienevorschriften werden befolgt
  • Bitte tragen Sie Ihre medizinische Maske, wenn Sie in der Halle unterwegs sind. Sobald sie an Ihrem Platz sitzen, können Sie die Maske abnehmen.

Der Flyer informiert detaillierter zur Veranstaltung.


Energetische Sanierung

Unter energetischer Sanierung verstehen wir alle Maßnahmen an einem Gebäude, durch die die Wohnqualität verbessert und der Energieverbrauch verringert wird. Diese Bedingung wird von vielen Maßnahmen erfüllt, wie z.B. der Fenstertausch, die Fassadendämmung oder der Ersatz des alten Öl-Heizkessels durch eine moderne Pellet-Brennwertheizung. Oft stellt sich jedoch nicht die erhoffte Einsparung ein, oder die Maßnahme führt zu Baumängeln wie Schimmel oder Feuchtigkeit im Mauerwerk. Kaum jemand macht sich nämlich die Tatsache bewusst, dass ein Gebäude ein komplexes bauphysikalisches System darstellt, bei dem Änderungen an einem Punkt unerwartete Auswirkungen an einer ganz anderen Stelle haben können. Die Einhaltung einer sinnvollen Reihenfolge und eine handwerklich saubere Ausführung aller Maßnahmen ist daher unabdingbar – daher ist gute Beratung wichtig und bares Geld wert! Der Gesetzgeber hat diese Notwendigkeit erkannt und fördert die so genannte „Vor-Ort-Energieberatung nach BAFA-Kriterien“ mit bis zu 80 % des Beratungshonorars bzw. max. 1.300 € für Ein- und Zweifamilienhäuser und max. 1.700 € für Mehrfamilienhäuser. Daneben vergibt die KfW-Bank zinsgünstige Kredite für die energetische Sanierung. Je niedriger dadurch der Gesamt-Energie­ver­brauch wird, umso höher werden evtl. Tilgungszuschüsse. Zugelassene Energieberater in und um Ebhausen finden Sie in der energieberaterliste der DENA (https://www.energie-effizienz-experten.de/fuer-private-bauherren/).


Photovoltaik (PV)

Die Stromerzeugung vom eigenen Dach aus kostenlosem Sonnenlicht lohnt sich entgegen vielen anderslautenden Meldungen immer noch. Nur das Geschäftsmodell hat sich ein wenig geändert: Während früher die gesetzlich für 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung für die Amortisation sorgte, ist es heute das eingesparte Geld für den selbst verbrauchten Strom, die so genannte „Eigenversorgung“.

Die Gestehungskosten für PV-Strom vom eigenen Dach liegen je nach Anlage und Dachgröße bei 8 – 10 Cent pro Kilowattstunde (kWh), und diese Kosten bleiben konstant. Der vom Stromversorger gekaufte Strom kostet heute stattdessen um die 30 Cent/kWh – Tendenz stark steigend. Mit der Differenz zahlen Sie die Kosten für Ihre Anlage zurück. Darüber hinaus erhalten Sie für jede ins Netz eingespeiste kWh eine (zugegeben geringe) Vergütung, die die Amortisationsdauer Ihrer Anlage weiter verkürzt.

Technisch gesehen sind die Komponenten einer PV-Anlage immer noch die gleichen:

  • Die PV-Module wandeln Sonnenlicht in Gleichstrom um
  • Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom um
  • Eine (optionale) Batterie speichert überschüssigen Gleichstrom und gibt ihn dann ab, wenn Strom benötigt wird, aber keine oder zu wenig Sonne scheint.
  • Ein Zweirichtungs-Stromzähler zählt die eingespeisten bzw. bezogenen kWh als Vergütungs- bzw. Rechnungsgrundlage gegenüber dem Netzbetreiber.

Die gesetzlichen Regularien zum Netzanschluss und zu steuerlichen Behandlung einer PV-Anlage sind leider nicht so einfach und erfordern ein planvolles Vorgehen. Wir geben Ihnen gerne Hilfestellung für die Planung, Umsetzung und Inbetriebnahme Ihrer Anlage.

Daneben finden Sie auch unter www.photovoltaik-bw.de wertvolle Hinweise zur Photovoltaik. Das Photovoltaik-Netzwerk des Landes ist auch im Kreis Calw aktiv.


Förderprogramme

Hier finden Sie eine Auswahl geeigneter Förderprogramme des Bundes und des Landes Baden-Württemberg für Kommunen, Unternehmen und private Haushalte. Bitte beachten Sie die mitunter komplexen Förderbedingungen und -verfahren, die für eine Förderzusage unbedingt eingehalten werden müssen. Darüber hinaus ist eine Kombination mehrerer Förderungen für dieselbe Maßnahme oft ausgeschlossen.

Für private Wohngebäude

  • Förderprogramm “Heizen mit erneuerbaren Energien” des BAFA, wenn Sie in eine Heizung mit erneuerbaren Energien (Pelletkessel, Wärmepumpe oder Solarthermieanlage) investieren möchten. Es werden hierüber (je nach Energieträger) bis zu 35% der förderfähigen Kosten erstattet. Wird eine bestehende Ölheizung durch eine Heizanlage mit erneuerbaren Energien ersetzt, erhöht sich die Förderung um weitere 10%.
  • Förderprogramm “Energieberatung für Wohngebäude” des BAFA, wenn Sie wissen möchten, welche Sanierungsmaßnahmen in welcher Reihenfolge für Ihr Gebäude sinnvoll sind, wenn Sie einen individuellen Sanierungsfahrplan als Erfüllungsoption des EWärmeG benötigen oder ein Gebäudeenergieausweis auf der Basis des Energiebedarfs erstellt werden soll. Das Förderprogramm ist für alle Gebäude geeignet, die älter sind als zehn Jahre. Das BAFA erstattet bis zu 80% des Beratungshonorars, max. 1.300 € für Ein- und Zweifamilienhäuser bzw. max. 1.700 € für Mehrfamilienhäuser
  • Geeignete Energieberater in Ihrer Region finden Sie in der Energie-Effizienzexperten-Liste der DENA.
  • Förderprogramm “Für effiziente Gebäude – Heizungsoptimierung” des BAFA, wenn Sie Ihre bestehende Heizungsanlage optimieren lassen möchten (einschließlich Tausch der Heizungspumpe und hydraulischem Abgleich).
  • Diverse Förderprogramme “Energieeffizient sanieren” der KfW-Bank, wenn Sie Ihr Gebäude dämmen und/oder eine PV- oder Solarthermieanlage errichten wollen.
  • Zinsgünstiges Darlehen “Erneuerbare Energien (Programm 270)” der KfW-Bank für Investitionen in Erneuerbare-Energien-Anlagen (z.B. eine PV- oder Solarthermieanlage).
  • Förderprogramm “Elektromobilität (Umweltbonus)” des BAFA, wenn Sie ein Batteriefahrzeug (BEV) oder ein Plug-In-Hybrid-Fahrzeug (PHEV) anschaffen möchten.
  • Das umfangreiche Beratungsangebot der Verbraucherzentrale, z.B. HeizCheck, Eignungs-Check Solar, Gebäude-Check und vieles mehr.
  • Auch zur Photovoltaik gibt es eine Förderung in Form der Einspeisevergütung, die 20 Jahre lang für jede eingespeiste Kilowattstunde gewährt wird. Zu allen Fragen, wie sich eine PV-Anlage rechnet und welche technischen, rechtlichen und steuerlichen Belange in der Planung zu berücksichtigen sind, informiert das PV-Netzwerk Baden-Württemberg auch in der Region Nordschwarzwald.

Für Unternehmen

Für Kommunen

Einen detaillierten Förderassistenten des BAFA finden Sie unter https://www.bafa.de/DE/Energie/Energieeffizienzwegweiser/energieeffizienzwegweiser_node.html.

Einen detaillierten Förderassistenten des Bundesministeriums für Wirtschaft finden Sie unter http://www.foerderdatenbank.de/Foerder-DB/Navigation/Foerderrecherche/foerderassistent.html.

Weitere Informationen und die konkreten Inhalte der Förderprogramme finden Sie auf der Homepage des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden Württemberg.


Datenschutz

endura kommunal verarbeitet die Daten streng nach den Vorgaben der DSGVO.

Die Daten werden anonymisiert ausgewertet und ausschließlich im Rahmen des Quartierskonzepts und ggf. im Rahmen anschließender Maßnahmen verwendet.

Sie können jederzeit eine Löschung der Daten verlangen. Dazu reicht eine einfach E-Mail Nachricht an christian.kaiser@endura-kommunal.de.


Die Gemeinde Ebhausen unterstützt die Projektplaner bei der Entwicklung einer innovativen und klimafreundlichen Energieversorgung.