Ziemlich beste Nachbarn

Warum in Dornstetten und Glatten gleichzeitig Wärmenetze entstehen

Kaum fünf Minuten dauert die Fahrt von Rathaus zu Rathaus: Die Kommunen Glatten und Dornstetten trennen nur etwa drei Kilometer, und doch sind sie sehr verschieden. Während Glatten von der lokalen Industrie profitiert, prägen Mittelstand und Einzelhandel die wirtschaftliche Struktur der Fachwerkstadt Dornstetten. Zeitgleich beginnen beide Kommunen 2018 per Quartierskonzept den Weg zur Nahwärme-Versorgung. 2025 starten die Bauarbeiten. Wieder gleichzeitig.

Die Schlüssel zum Erfolg: Kooperation und Ausdauer.

Wie kann man denkmalgeschützte Fachwerkhäuser in Zukunft heizen, wenn man auf Erdgas weitgehend verzichten will? In Dornstetten führt der Sanierungsbedarf der kommunalen Liegenschaften zum Quartierskonzept. In Glatten sind es die vielen Ölheizungen in privaten und öffentlichen Gebäuden – und das Vor-Ort-Potenzial von Abwärme. Aus unterschiedlichen Startpunkten entwickeln sich in sieben Jahren überraschend ähnliche Lösungen.

Unser Auftrag

Projektmanagement von Quartierskonzept bis Spatenstich und von Betreibermodell bis Kundenberatung
 

Entscheidungssicherheit und Kosteneffizienz

Auf die Menschen kommt es an, wie immer. Die Bürger­meister von Glatten und Dornstetten haben einen guten Draht. Die kon­struktive und pro­duktive Zusammen­arbeit prägt beide Projekte. Man einigt sich zum Beispiel auf gemein­same Kooperationspartner. Die Entwicklung der rechtlichen Lösungen, die Erzeuger­planung und die Netz­planung liegen jeweils in der Hand gemeinsam ausgewählter Fachbüros. endura kommunal führt alle Ex­pertinnen und Ex­perten zusammen und übernimmt das Projekt­manage­ment. Das sorgt für kurze Wege, klare Auf­gaben­teilung, mehr Ent­scheidungs­sicherheit und weniger Kosten. 

Eine dieser „gewanderten“ Ideen ist, das Wärme­netz in kommunaler Regie zu betreiben. Zunächst für Glatten geprüft, entscheidet sich schließlich auch Dorn­stetten für den Eigen­betrieb und die Grün­dung eines kommunalen Unter­nehmens. Als kommu­nale Netze können nun beide auf ein Gebühren- und nicht (wie meist üblich) auf ein Tarif­modell setzen. Damit sind sie un­abhängig von auto­matischen Preis­anpassungen. Die Gebühren werden im Gemeinde­rat per Satzung beschlossen und gelten für alle Ab­nehmerinnen und Ab­nehmer. Der wichtigste Effekt für die Kommunen: mehr Preis­flexibilität und weniger Risiko. Der Vor­teil für die Kun­dinnen und Kunden: Die Ent­scheidung über die Preise ist jederzeit trans­parent.


„Tore-Derek Pfeifer und ich haben uns die sieben Jahre produktiv ausgetauscht. Wir wussten immer, worüber der jeweils andere gerade nach­denkt. Gute Ideen sind offen hin- und her­gewandert. Davon haben beide Netze profitiert – trotz aller Unter­schiede.“

Bernhard Haas, Bürger­meister von Dorn­stetten


Wo kommt bloß die Wärme her?

65 Prozent der Wärme­energie aus erneuerbaren Quellen – das Gebäudeenergiegesetz stellt alle Wärmenetze vor große Herausforderungen. Das Plus in Dorn­stetten: Durch den Anschluss der eigenen Liegenschaften kann man von Beginn an mit einem hohen Wärme­bedarf planen. Auf die Wirt­schaftlich­keit wirkt sich das positiv aus. Allerdings fehlen der Stadt nutzbare Wärmepotenziale. In die Entwicklung eines eigenständigen Konzepts für die Wärme­erzeugung investieren alle Beteiligten viel Planungs­geduld. Die wird an­schließend auch bei der Suche nach einem guten Platz für die neue Heiz­zentrale gefordert. Einige Standorte sind möglich. Viele scheitern an Be­denken aus der Nach­bar­schaft. Einer kristallisiert sich am Ende als guter Kom­promiss heraus.

Industrielle Abwärme: Win-Win-Situation für alle

Während Dorn­stetten mit der Flächen­sicherung beschäftigt ist, dreht und wendet man in Glatten brach­liegende Potenziale. Das große Plus in Glatten: industrielle Abwärme. Rund 50 Prozent des gesamten Wärmebedarfs stammt von einem orts­ansässigen Unter­nehmen. Abwärme im niederen Tem­peratur­bereich von 25° bis 30° Celsius speist über Wärme­pumpen und einen großen Speicher das Netz. Außer­dem ist das Unter­nehmen sowohl Lieferant als auch ein großer Kunde. Das lohnt sich für alle Anschluss­nehmenden. Das Netz in Glatten punktet mit attraktiven Kon­ditionen.


 

„Am Ende sieht alles so einfach aus. Aber es hat viele Prü­fungen, tech­nische Kon­zepte und lange Ge­spräche mit Unter­nehmen benötigt, bis die Abwärme­nutzung schließlich in trockenen Tüchern war. Ohne kon­sequente und erfahrene Fach­leute an der Seite schafft das eine Kommune unserer Größe nicht.“

Tore-Derek Pfeifer, Bürger­meister von Glatten

 


Fakten-Check

Die wichtigsten Projektdetails im Vergleich

Ihr Ansprechpartner

Vivek Mehta, Senior Berater
vivek.mehta@endura-kommunal.de