Beleuchtung, die mitdenkt

Fünf hessische Kommunen machen sich stark für die Digitalisierung in der Region

In der nordhessischen Region Knüll-Schwalm arbeitet die Beleuchtung in ausgewählten Straßen seit dem Frühjahr smart. Im Rahmen des interkommunalen Projekts „REGIONNECT.“ wurden 335 Leuchten mit Sensoren und Controllern ausgestattet, damit diese miteinander kommunizieren und die Straßen bedarfsgerecht ausleuchten. Ziel des Projekts ist, die Digitalisierung in der Region voranzutreiben. Dazu gehört neben anderen Bereichen der Baustein „Smart Lighting“, für den die Lichtexperten von endura kommunal zuständig sind.

Das Projekt wird von den fünf Kommunen Neukirchen, Oberaula, Ottrau, Schrecksbach und Willingshausen gemeinsam umgesetzt und durch das Land Hessen – Hessisches Ministerium für Digitalisierung und Innovation gefördert. 

Alle Beteiligten beschäftigen sich mit der zentralen Aufgabe, wie digitale Lösungen die Lebensqualität vor Ort konkret verbessern, zum Beispiel durch smartes Energie- oder Umweltmonitoring.

„Damit die kommunale Verwaltung bei knappen finanziellen und personellen Ressourcen handlungsfähig bleibt, bedarf es eines hohen Grads an Digitalisierung. Mit dem Projekt REGIONNECT. wollen wir genau das erreichen, um zukünftig im Digitalen Zwilling zu planen. Durch Smart Lighting fließen alle Werte der Straßenbeleuchtung in die Datenplattform und zeigen die Energieeinsparung“, so Jörn Szypkowski, Projektleiter REGIONNECT.

Unser Auftrag

  1. Datenaufnahme aller Lichtpunkte mit sämtlichen Parametern der Umgebung (zum Beispiel Masthöhe, Straßenbreite, Kreuzungsbereich)
  2. Sensorplanung basierend auf erfassten Daten und Bedarfen, inklusive Konzept zur vernetzten Beleuchtungssteuerung
  3. Durchführung der Ausschreibung für die Kommune
  4. Baubegleitung vor Ort, inklusive Vorbereitung der Montage durch Pläne und Listen fürs Montageteam, zum Beispiel durch Klärung der Frage: Welcher Sensor sitzt auf welchem Mast?
  5. Begleitung der Inbetriebnahme vor Ort, inklusive Umsetzung der konzipierten Beleuchtungssteuerung (zum Beispiel Dimmprofile)
  6. Auswerten und Optimieren der Beleuchtungssteuerung im laufenden Betrieb

Intelligentes Licht schont kommunalen Haushalt

Bei „Smart Lighting“ sorgen vernetzte Lichtpunkte für Helligkeit je nach Bedarf. Das spart Energie, schont die Natur durch weniger Lichtverschmutzung und sorgt für Sicherheit bei allen Verkehrsteilnehmenden, die in der Dunkelheit unterwegs sind.

Die Sensoren an den vernetzten Lichtpunkten steuern die Beleuchtungszeit und -intensität abhängig von der aktuellen Situation. Damit dies gelingt, sind die jeweiligen Sensoren an den Leuchten strategisch geplant: Der Erfassungsbereich jedes einzelnen Lichtpunkts ist an den Standort, die Straßen- und Gehwegbreite, den Abstand der Masten etc. optimal angepasst. So werden die Verkehrsteilnehmenden zuverlässig wahrgenommen.

Zwei Arten der Steuerung für eine bedarfsgerechte Beleuchtung

Die standardisierte Zhaga-Schnittstelle ermöglicht smarte Leuchten, indem Sensoren oder andere Komponenten (nachträglich) schnell und einfach angebracht werden können.

Volumenbasiert

Eine Bundesstraße, auf der in der Dämmerung reger Verkehr herrscht. Die Straßenlaternen leuchten hell die Straße aus.

Ein Radarsensor zählt die Fahrzeuge und dirigiert die Leuchten eines Straßenzugs, beispielsweise entlang der Bundesstraße in Neukirchen.

Bewegungsabhängig

Eine Frau und ihr Hund machen in der Dämmerung einen Spaziergang in einem Wohngebiet. Straße und Bürgersteig sind hell erleuchtet.

Sensoren reagieren auf Bewegung und steuern eine bestimmte Anzahl an vernetzten Leuchten, beispielsweise in ruhigen Nebenstraßen oder Wohngebieten.

Umfassende Information und wenig Wartungsaufwand

Jede Leuchte erfasst über ihre digitale Schnittstelle Daten. Diese fließen in eine Software für Beleuchtungssteuerung und in den Digitalen Zwilling. Die Verwaltung erhält damit Informationen über den Zustand der Leuchte, wie viel Energie sie verbraucht beziehungsweise durch die smarte Technik einspart. In der Praxis zeigt sich: Einmal richtig eingerichtet, läuft das System automatisch. Optimierungen sind jederzeit möglich und Störungen werden im Einzelfall von den Leuchten zuverlässig gemeldet.

So läufts: verlässlich, sicher und energieeffizient

Erste Ergebnisse im Projekt „Smart Lighting“ in und um Neukirchen zeigen:

  • Die dynamische Beleuchtung auf den Hauptverkehrsstraßen sorgt in den Nachtstunden für eine hohe Einsparung von 30 bis 50 Prozent im Vergleich zur vorherigen LED-Leuchte mit Standarddimmung.
  • In Nebenstraßen und ruhigen Wohngebieten beträgt das Beleuchtungsniveau in den Nachtstunden fast durchgehend 20 Prozent und verbraucht bis zu 60 Prozent weniger Energie.
  • Eine gut durchdachte Sensorplanung reduziert fehlerhafte Auslösungen und garantiert die Energieeinsparung.

Leuchten können viel mehr als nur Licht

Bedarfsgesteuertes Licht hilft im alltäglichen Straßenverkehr und in besonderen Fällen. Bei einem nächtlichen Einsatz der freiwilligen Feuerwehr sorgt die Steuerung dafür, dass das Licht um die Feuerwache automatisch hochfährt, sobald die Kameraden eintreffen und mit den Fahrzeugen ausrücken.

Sensoren steuern die Beleuchtung und können gleichzeitig vielfältige Daten erfassen, die unter anderem bei der Verkehrssteuerung oder dem Umweltmonitoring helfen. So wird die Beleuchtung zu einem wichtigen Baustein der digitalen Stadtentwicklung. Anhand von Daten zu Luftqualität, Temperatur oder Verkehrsaufkommen identifiziert die Kommune beispielsweise Emissionshotspots und Lärmbelastungen. Und hat damit eine aussagekräftige Entscheidungsgrundlage bei den Themen Klimaanpassung oder Parkraummanagement. 

Dieses Potenzial der Straßenbeleuchtung sollte bereits bei der Sanierung mitgedacht werden.

Ihr Ansprechpartner

Stefan Frings, Senior Berater
stefan.frings@endura-kommunal.de