"Kommunen auf Augenhöhe bringen“

Drei Fragen an Dr. Dirk Vetter

Im Beratungsfeld Windenergie hat sich viel getan. Darüber sprechen wir mit Dr. Dirk Vetter, der zum 01. Juli 2025 die Teamleitung übernommen hat. Er bleibt damit seinem Fachgebiet treu, in dem er bereits seit über 15 Jahren wirkt. Seit drei Jahren war er bei endura kommunal bereits stellvertretender Leiter Windenergie. Im Interview gibt er einen Ausblick, wie sich das Windenergie-Team auf neue Wachstumsfelder einstellt.

Dirk, du bist seit Juli 2025 neuer Leiter des Beratungsfelds Windenergie.
Was hat sich bei euch getan?


Waren es 2022 nur eine Handvoll Kommunen, so betreuen wir mittlerweile über 140 Kommunen in ganz Süddeutschland. Die politischen Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert, beispielsweise durch das Wind-an-Land-Gesetz. Flächen werden für die Windenergie ausgewiesen. Das überfordert viele Kommunen. Daher werden unsere bewährten Erfolgskonzepte – das kommunale Flächenpooling und das Interessenbekundungsverfahren – stark nachgefragt.

Auch unser Team ist gewachsen. Vor drei Jahren hatte das Beratungsfeld drei Mitarbeitende. Nun haben wir 9 Expertinnen und Experten im Team und sind damit eines der personalstärksten Beratungsfelder bei endura kommunal. Verstärkt durch die Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte von Sterr-Kölln & Partner vereinen wir eine Menge Expertise im Bereich Windenergie. Über die Jahre haben wir unsere Prozesse standardisiert, kontinuierlich weiterentwickelt und uns gleichzeitig die Flexibilität für individuelle Beratungsansätze erhalten.

Rolf Pfeifer hat das Beratungsfeld Windenergie mit viel Herzblut und Energie aufgebaut. Nun tauschen wir die Rollen. Rolf Pfeifer wird sich auf die Geschäftsführung von endura kommunal konzentrieren und dem Windenergie-Team mit seinem Erfahrungsschatz als stellvertretender Leiter erhalten bleiben. Ich übernehme die Leitung.

Welche Rolle spielen neue Herausforderungen wie beispielsweise
Batteriegroßspeicher-Projekte?


Das Geschäft mit Batteriegroßspeichern boomt. Kommunen in der Nähe von Umspannwerken werden mit einer Vielzahl von Anfragen von Projektentwicklern konfrontiert. Hier kommen wir ins Spiel, denn Batteriegroßspeicher weisen viele Ähnlichkeiten zu Windenergie-Projekten auf und werden teilweise zusammen projektiert. 

Flächen müssen gesichert, die Wertschöpfung regional fair verteilt und der soziale Frieden gesichert werden. Auch bei diesen Projekten unterstützen wir Kommunen dabei, die Steuerungshoheit zu behalten.

Was plant Ihr für die Zukunft?


Unsere Unterstützung bei der kommunalen Flächensicherung und der Bieterauswahl wird weiter gefragt bleiben. Das Beratungsangebot werden wir auf weitere Wachstumsfelder ausweiten. Dazu zählt das Repowering – das Ersetzen älterer Windenergieanlagen durch neuere und leistungsstärkere. Kommunen werden wir noch stärker strategisch begleiten, etwa bei den Themen Kommunikation, Beteiligung und Wirtschaftlichkeit von Windparks. Wir bringen Kommunen auf Augenhöhe mit Projektentwicklern.
 

Wie Jan Friedrich auf den Seiten eins bis zwei beschrieben hat, werden wir unser Fachwissen und unsere Verfahren auf den boomenden Batteriegroßspeicher-Sektor übertragen. Diese können auch auf die Bereiche Freiflächen-Photovoltaik und Geothermie übertragen werden – überall dort, wo es um kommunale Flächensicherung geht. Interne Synergien werden wir noch stärker nutzen und unsere Beratungsfelder noch mehr verzahnen, ganz im Sinne der Verknüpfung der Energiesektoren Wärme, Strom und Mobilität – Sektorkopplung genannt. Darauf arbeiten wir hin.