Reute tritt in Aktion

Wie Kommunen Aktionspläne schnell umsetzen

Aktionsplan – das klingt nach viel Plan und wenig Aktion. In der Gemeinde Reute kam es anders. In Zusammenarbeit mit einem engagierten Arbeitskreis und der Verwaltung hat das Mobilitätsteam von endura kommunal ein Maßnahmenpaket geschnürt – 25 Empfehlungen, die allesamt auf ihre Realisierbarkeit geprüft wurden. Erste Maßnahmen sind umgesetzt, weitere angestoßen. Sie ebnen der Gemeinde den Weg in eine sicherere, leisere und klimafreundlichere Mobilitätszukunft.

„Schnell in die Umsetzung kommen – darum geht es beim Aktionsplan für Mobilität, Klima- und Lärmschutz“, erklärt Projektleiterin Lara Höl­ting von endura kommunal. Innerhalb eines Jahres erarbeitet das Team um Hölting 25 verkehrsplanerische Maßnahmen – in Kategorien wie Rad- und Fußverkehr, ÖPNV und Ladeinfrastruktur. In drei in­ten­siven Ar­beits­kreis­sitzungen wird rege diskutiert, die Perspektiven aller Be­tei­lig­ten fließen ein.

Sicherer, leiser und klimafreundlicher

Das Team von endura kommunal liefert Bürgermeister Michael Schlegel und dem Gemeinderat detaillierte Informationen zu Umsetzungs­wahrscheinlichkeiten, Kosten­prognosen, Förder­möglichkeiten, Re­le­vanz für die Bevölkerung und einen Zeithorizont für alle Maßnahmen. Wichtig ist: Alle baulich relevanten Maßnahmen wurden mit Polizei und Straßenverkehrsbehörde abgestimmt, die bereits für einige Maß­nah­men grünes Licht gaben. Damit können diese nach Ge­neh­mi­gung und Prüfung der Finan­zier­bar­keit schnell umgesetzt werden. 

Arbeitskreis bringt viel Expertise ein

Der Arbeitskreis spielt eine entscheidende Rolle. „Die Mitgliederinnen und Mitglieder verfügen über sehr viel Expertise und haben sich aktiv eingebracht“, berichtet Hölting. Unternehmen, Schulen, Eltern, Ge­mein­de­rat, Verwaltung – alle wollen mitwirken. 

Viele Problemstellen werden nur durch die Ortskenntnis der Teil­neh­men­den aufgedeckt. Mit mehreren Online-Befragungen stellt Hölting sicher, dass auch die Perspektiven der gesamten Bürger­schaft ein­fließen. 

Erwartungsmanagement als Schlüssel zum Erfolg

Das Erfolgs­rezept? „Ein erfolgreiches Erwartungsmanagement und die neutrale Vermittlung zwischen Verwaltung und Bürgerschaft sind ent­schei­dend. Die Teilnehmenden müssen wissen, was sie mit ihrer Arbeit bewirken können und was nicht“, erklärt Hölting.

Die Beteiligung von Arbeitskreis und Bürgerschaft stärkt den Zusammenhalt vor Ort. Alle wissen nun, welche Verbesserungen sie in den kommenden Jahren erwarten können. Sicher ist: Reute wird sicherer, leiser und klimafreundlicher. Und aus dem Arbeitskreis könnte eine feste Institution werden.

Weitere konkrete Maßnahmenvorschläge für Reute

Mehr Verkehrssicherheit

Freiburger Straße auf Höhe des Kindergartens

Mehr Verkehrssicherheit erwies sich als eines der Hauptbedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger, besonders für die jüngeren. Ein Zebra­streifen auf der stark befahrenen Freiburger Straße auf Höhe des Kinder­gartens soll mehr Sicherheit schaffen.

Parkraummanagement

Bereich vor der Bäckerei

Auch Parkraummanagement ist Teil des Aktionsplans. Für den Bereich vor der Bäckerei rechts hat unser Team die Entfernung der Abbiege­spur empfohlen, um so Platz für legale Parkmöglichkeiten zu schaf­fen. An die Stelle der Abbiegespur tritt eine gestrichelte Mittel­linie.


„Durch die Einbeziehung vieler interessierter Bürgerinnen und Bürger war es möglich, viel mehr Ideen und Problemzonen einzubringen als es uns nur im Gemeinderat möglich ge­wesen wäre. Die Machbarkeit, die Finanzierbarkeit und die zeitliche Planung wurden sehr gut berücksichtigt. Alles in allem hat der Arbeitskreis eine Basis geschaffen, auf der die Gemeinde sehr gut weiter aufbauen kann.“

Ingrid Bullert, Mitglied im Gemeinderat und im Arbeitskreis Mobilität


Projektteam

Lara Hölting, Projektleiterin
Schwerpunkte in Reute:
Rad- und Fußverkehr, Querungen

Jooris Preiser, Projektmitarbeiter
Schwerpunkte in Reute:
Parken, ÖPNV, E-Mo­bilität

Unser Auftrag

Bestandsanalyse der Mobilitätssituation, Maßnahmenentwicklung und Einleitung der Maßnahmenumsetzung, Gründung und Begleitung eines Arbeitskreises, Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung